BRASILIA NO7

Die siebte Ausgabe des Brasilia-Magazins spürt kollektive und kollaborative Gestaltungs- und Lebenspraktiken auf und rückt sie in den Fokus der Aufmerksamkeit. Was geschieht, wenn eingeübte Formen des Miteinanders außer Kraft gesetzt werden? Wenn Algorithmen, Filterblasen und rechte Verschwörungspropaganda zwar Nähe suggerieren, uns tatsächlich aber mehr denn je voneinander trennen? Brasilia wirft einen neuen Blick auf Themen, die uns bewegen und dennoch verharren lassen, die Beweglichkeit von uns fordern, wenn wir Sicherheit suchen.

 
So erkundet Philine Dorenbusch den vom Menschen produzierten Lärm unter Wasser, der das Leben der Meeresbewohner bedroht. Khadra Farah schreibt über den alltäglichen Rassismus, der ihr als Schwarze Frau überall auflauert. Den Alltag des Intellektuellen im Corona-Lockdown lotet Friedrich Weltzien in seinem Beitrag aus. Nora Depner fragt sich, wie wir mit Außerirdischen sprechen können, wenn wir dafür eine Botschaft entwickeln müssten, die wir selber nicht denken können.
 
Die Entstehung dieses Magazins ist selbst ein Beleg dafür, dass zusammengetrennte Formen der Zusammenarbeit möglich sind. Die hier versammelten Texte und Bilder sollen Lust machen auf die Rückkehr zu einem Leben jenseits von Zoom-Kacheln, Selbstisolation und Discounter-Einkäufen. Und auch wenn der Duden noch klar zwischen Zusammen- und Getrenntschreibung unterscheidet, hat uns die aktuelle Krisenzeit doch in der Einsicht bestärkt, dass wir, wie es der Philosoph Jean-Luc Nancy formulierte, eigentlich singulär plural sind.